logo

When the Jammer hits the Wall.

Dieser Blog könnte fast den Eindruck erwecken, dass ich ständig Roller Derby fotografiere. Tu ich aber nicht. Ich bin nur etwas faul geworden und lade relativ wenig anderen Content hoch. Egal. Gestern war ich jedenfalls mal wieder in der Halle an der Budapester Straße und habe die Hamburg Harbor Girls beim Rangeln mit den Demolition Derby Dolls fotografiert. Mit der neuen Kamera übrigens, die ich mir gekauft habe, um meine neue Professionalität zu unterstreichen. Die kann ich ansonsten beim Rollerderby ganz gut verheimlichen.

Es heißt ja, man könne einen Sport nur wirklich gut fotografieren, wenn man ihn selber betreibt. Das tu ich auch nicht. Ich habe das Ganze aber so weit verstanden, dass eine Spielerin, die Jammerin, die anderen Spieler*innen überrunden muss, um Punkte zu sammeln. Die anderen 4 Spieler*innen, versuchen sie daran zu hindern. Im Schulterschluss bilden sie dafür eine (englisch:) Wall.  Wenn die Jammer*in mit Anlauf auf die Wall zufährt, mache ich mich bereit und drücke auf den Auslöser, wenn es zum Kontakt kommt. Am Ende eines Spiels habe ich dann 1000 Bilder, von denen ich 900 wegschmeiße. Das ganze Drumherum gibt auch immer einige Motive her. Die lichte ich gerne mal zwischendurch ab, damit es nicht langweilig wird, wenn die 98. Kollision passiert. Angenehm: Dabei weiß ich, dass da noch 2 bis 3 andere Fotografen sind, die viel besser wissen, was sie da tun. Insbesonde Tom Albi und Karsten Helmholz. Das gibt mir etwas Narrenfreiheit.

Genug getextet. Gleich geht’s los. Die Junior*innen, die vorher noch gespielt haben, müssen nach Hause. Aber nicht ohne Helm.

Ach ja: Große Bilder sind gute Bilder. Einfach draufklicken.

Während die Teams einlaufen, fällt vor allem der Fanclub der Harbor Girls , die Deckhands, durch eine Konfetti-Eskalation auf.

Und auch die Einhörner sind guter Dinge.

Die Jammer*innen haben ihre Startpositionen eingenommen. Und immer präsent im Derbyverse: Haltung. Gegen rechts. Das Banner im Hintergrund verkündet: Wir sind alle Ida Ehre. Es spielt auf die Lächerlichkeit eines Aufklebers an, der sehr zum Entsetzen einiger Rechter irgendwo in der Ida-Ehre-Schule entdeckt wurde. Das nur für alle, denen idiotischer Shice auch mal entgeht.

Darf ich mal durch hier?

Danke.

Die Harbor Girls haben weniger durchgelassen. Deshalb haben sie 140 zu 113 gewonnen.

Den Vereinhörnern gefällt das.

Alles in einem Bild: Fahren und fliegen unter den Augen des Publikums, der Refs, der Fotografen und der Coaches. Und der Einhörner natürlich.

Randnotiz: Eis geht immer.

Halbzeit.

Trau schau wem.

Die Refs haben sich alle mal selbst auf die Bank gesetzt:

Was man für ein Gebet halten könnte, ist das Einstimmen auf die zweiten Halbzeit. Und wer ohne Helm dabei ist, vertraut nicht etwa auf Gott, sondern ist ein Coach.

Scheinbar lustig: Jammer’in im Kreuzfeuer der Fotografen. Kann ich mal bitte dein Bild sehen, Tom?

Nach jedem Spiel gibt es drei Traditionen: den Jubeltunnel …  (So sehen Fotos aus, wenn man einfach blind draufhält.)

…  das Gruppenfoto …

… und das Aufräumen

Schnell vor der Tagesschau noch was futtern. Nachher gibts ja auch noch ne Party.

Die Schiedsrichter sind übrigens hoch angesehen beim Rollerderby. Anders als z.B. beim Fußball ist im Derbyverse klar, dass es ohne Refs keine Sopiele gibt. Nicht ein einziges Mal habe ich mitbekommen, dass eine Schiedsricherentscheidung diskutiert wurde oder es deshalb Buhrufe gab. Letztere gibt es sowieso gar nicht. Da müsste schon jemand mit einem AfD-Plakat in die Halle kommen.

 NSO steht übrigens für Non Skating Official. Das sind die Leute, die neben dem Track die Refs unterstützen.

  • Share