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Goldideen

So würde ich ja meinen Laden nennen, wenn ich Goldschmied wäre. Bin ich aber nicht. In diesem Fall war ich Fotograf und wollte einer Goldschmiedin vorschlagen, wie man ihren Schmuck mal anders als in der ewigen High Key Optik fotografieren könnte. Es muss ja nicht ales glämzen, was Gold ist. Hat aber nicht geklappt. Schade. Dafür habe ich jetzt Fotos von Schmuck und Gemüse.

Business-Portraits

Es kann ja auch ein Problem sein, wenn die Arbeit Spaß bringt. Zum Beispiel, dass man sie mit Spaß verwechselt. So wie hier. „Ganz einfache Bewerbungsbilder“ war das Briefing. Shoote ich ganz flink, hatte ich gedacht, aber nicht gemacht. Am Ende war das Budget noch immer schmal, nur schnell war nix. Selber schuld. Learning: Während des Jobs ab und zu dran denken, dass es gerade kein Hobby ist und jede zusätzliche Einstellung mit 17 Varianten den Stundenlohn weiter in Richtung Lächerlichkeit schiebt. Ärgern muss ich mich aber über nichts. Bilder gut, Kunden glücklich, Portfolio aufgefrischt.

Und weil wir gerade dabei waren, gleich noch was für Social Media. Was schwarzweiß für einen Unterschied macht. (Falls verzerrt, bitte draufklicken)

 

Sprechstunde beim Önologen.

Carl Tesdorpf verkauft Weine für gehobene Ansprüche. Für solche wie meine also nicht. Ich fotografiere nur, wie sie getrunken werden. Neulich im Hotel Süllberg* zum Beispiel, wo Tesdorpf einigen Kunden ein Treffen einem der berühmtesten Önologen der Welt arrangierte. Und das war kein Arzttermin. Im Gegenteil: Eric Kohler vom Chateau Lafite Rothschild macht Wein. Premium-de-Luxe-Wein.

 

 

vlnr: Tesdorpf Geschäftsführer Pierre Enjalbert und seine Gäste Eric Kohler und Xavier Logette von Chateau Lafite Rothschild. Zeitaufwand für dieses Foto: 10 Sekunden. Glück gehabt.

Passend nice Location für dieses Treffen: der Ballsaal des Hotels Süllberg.

Der Chef des Hauses, Karlheinz Hauser kam dann auch nochmal kurz aus der Küche. Auch ein One-Shot. Wieder Glück gehabt. Und vielleicht auch professionelle Models.

Am Ende des Abends durfte ich auch nochmal probieren. Gerade habe ich mal recherchiert: der Wein, dem ich zur allgemeinen Belustigung das Prädikat „schmeckt gut“ verlieh, war ein 1985er Chateau Lafite-Rothschild Pauillac AC. Und wenn das in meinem Glas 0,1 war, habe ich ganz nebenbei im Abschiedsplausch so 130 € weggeschluckt. Perls in front of pigs, aber jetzt habe ich etwas, um vor weinkundigen Freunden zu prahlen. Und natürlich werde ich Rotweine künftig mit den Worten „c’est pas de Lafite“ wegkippen. Blöd wenn es dann doch einer ist. Merken würde ich es nicht. Noch blöder, wenn ich dann die Gesichter dazu nicht fotografiert hätte.

*Die Autokorrektur hat aus Süllberg Müllberg gemacht. Die Autokorrektur hat keinen Geschmack.

We’re jammin‘

Noch immer gibt es die wunderbare Tradition der Welcome Music Sessions, die von der Initiative Welcome to Barmbek in der Zinschmelze veranstaltet werden. Jeden 2. Donnerstag im Monat.  Musik als verbindendes Element über Sprachbarrieren hinweg. Jeder ist willkommen und darf mitmachen: Menschen aus dem nahen Osten natürlich aber auch aus dem Rest der Welt und der Stadt. Sie bringen Instrumente mit, die ich noch nie gesehen habe und sie können damit umgehen. Die Musik ist nicht immer mein Ding, aber trotzdem finde ich die Veranstaltung großartig. Und ein paar gute Bilder springen auch immer wieder für mich dabei heraus.

Bevor die eigentliche Jam-Session losging, gab es ein paar Acts. Deren Herkunft mir nicht mehr ganz klar ist. Da habe ich nicht aufgepasst.

Hier wird der Iran besungen. Wenn das Land so schön ist, wie dieser Song, muss ich da mal hin.

 

Danach wurde gejamt mit fliegendem Wechsel zwischen Zuschauerraum und Bühne.

Und jetzt?

Suppe!

Machmal bin ich fast ein bisschen traurig, dass ich mein Akkordeon verkauft habe als ich 12 oder so war.

Online fndet Ihr die Welcome Music Session hier.

 

Herrenklo

Lange habe ich über den Titel nachgedacht. Das Ergebnis beeindruckt vermutlich. Wen auch immer. Ich bin ganz froh, dass mich niemand gesehen hat, als ich das Foto gemacht habe. Vor allem, als ich noch schnell die 2 Sitze korrigiert habe, die unten waren.

Ich weiß es doch auch nicht.

When the Jammer hits the Wall.

Dieser Blog könnte fast den Eindruck erwecken, dass ich ständig Roller Derby fotografiere. Tu ich aber nicht. Ich bin nur etwas faul geworden und lade relativ wenig anderen Content hoch. Egal. Gestern war ich jedenfalls mal wieder in der Halle an der Budapester Straße und habe die Hamburg Harbor Girls beim Rangeln mit den Demolition Derby Dolls fotografiert. Mit der neuen Kamera übrigens, die ich mir gekauft habe, um meine neue Professionalität zu unterstreichen. Die kann ich ansonsten beim Rollerderby ganz gut verheimlichen.

Es heißt ja, man könne einen Sport nur wirklich gut fotografieren, wenn man ihn selber betreibt. Das tu ich auch nicht. Ich habe das Ganze aber so weit verstanden, dass eine Spielerin, die Jammerin, die anderen Spieler*innen überrunden muss, um Punkte zu sammeln. Die anderen 4 Spieler*innen, versuchen sie daran zu hindern. Im Schulterschluss bilden sie dafür eine (englisch:) Wall.  Wenn die Jammer*in mit Anlauf auf die Wall zufährt, mache ich mich bereit und drücke auf den Auslöser, wenn es zum Kontakt kommt. Am Ende eines Spiels habe ich dann 1000 Bilder, von denen ich 900 wegschmeiße. Das ganze Drumherum gibt auch immer einige Motive her. Die lichte ich gerne mal zwischendurch ab, damit es nicht langweilig wird, wenn die 98. Kollision passiert. Angenehm: Dabei weiß ich, dass da noch 2 bis 3 andere Fotografen sind, die viel besser wissen, was sie da tun. Insbesonde Tom Albi und Karsten Helmholz. Das gibt mir etwas Narrenfreiheit.

Genug getextet. Gleich geht’s los. Die Junior*innen, die vorher noch gespielt haben, müssen nach Hause. Aber nicht ohne Helm.

Ach ja: Große Bilder sind gute Bilder. Einfach draufklicken.

Während die Teams einlaufen, fällt vor allem der Fanclub der Harbor Girls , die Deckhands, durch eine Konfetti-Eskalation auf.

Und auch die Einhörner sind guter Dinge.

Die Jammer*innen haben ihre Startpositionen eingenommen. Und immer präsent im Derbyverse: Haltung. Gegen rechts. Das Banner im Hintergrund verkündet: Wir sind alle Ida Ehre. Es spielt auf die Lächerlichkeit eines Aufklebers an, der sehr zum Entsetzen einiger Rechter irgendwo in der Ida-Ehre-Schule entdeckt wurde. Das nur für alle, denen idiotischer Shice auch mal entgeht.

Darf ich mal durch hier?

Danke.

Die Harbor Girls haben weniger durchgelassen. Deshalb haben sie 140 zu 113 gewonnen.

Den Vereinhörnern gefällt das.

Alles in einem Bild: Fahren und fliegen unter den Augen des Publikums, der Refs, der Fotografen und der Coaches. Und der Einhörner natürlich.

Randnotiz: Eis geht immer.

Halbzeit.

Trau schau wem.

Die Refs haben sich alle mal selbst auf die Bank gesetzt:

Was man für ein Gebet halten könnte, ist das Einstimmen auf die zweiten Halbzeit. Und wer ohne Helm dabei ist, vertraut nicht etwa auf Gott, sondern ist ein Coach.

Scheinbar lustig: Jammer’in im Kreuzfeuer der Fotografen. Kann ich mal bitte dein Bild sehen, Tom?

Nach jedem Spiel gibt es drei Traditionen: den Jubeltunnel …  (So sehen Fotos aus, wenn man einfach blind draufhält.)

…  das Gruppenfoto …

… und das Aufräumen

Schnell vor der Tagesschau noch was futtern. Nachher gibts ja auch noch ne Party.

Die Schiedsrichter sind übrigens hoch angesehen beim Rollerderby. Anders als z.B. beim Fußball ist im Derbyverse klar, dass es ohne Refs keine Sopiele gibt. Nicht ein einziges Mal habe ich mitbekommen, dass eine Schiedsricherentscheidung diskutiert wurde oder es deshalb Buhrufe gab. Letztere gibt es sowieso gar nicht. Da müsste schon jemand mit einem AfD-Plakat in die Halle kommen.

 NSO steht übrigens für Non Skating Official. Das sind die Leute, die neben dem Track die Refs unterstützen.

Bewerbungsfotos im 5. Stock

Das gute an meinem Arbeitsplatz ist das Treppenhaus vier Stockwerke darüber. Eine 180° Fensterfront auf der einen Seite, eine weiße Wand auf der anderen und im Hintergrund urbane Architektur. So sieht eine gute Location für Business-Fotos aus. Und ne Treppe gibt es da auch noch.

 

 

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Rollerderby spektakulär: der Kick Ass Cup

Für mich war der Kick Ass Cup eine Premiere: Rollerderby mit strahlendem Sonnenlicht. Ein Traum. Leider ein kurzer. Termine und viel zu schönes Wetter – mehr als ein Spiel am frühen Samstag war leider nicht drin. Theoretisch hätte ich 2 Tage lang ein Spiel nach dem anderen knipsen können, aber dann hätte ich ein paar Tage Urlaub gebraucht, um mich durch 10.000 Fotos zu wühlen und daraus eine Auswahl zu erstellen, die annäherend widerspiegelt, was los war, ohne normalmenschliche Aufmerksamkeitsspannen zu überfordern. Ein unmögliches Unterfangen. Diese Bilder aus 900 auszuwählen, war mir schon genug. Viel Spaß damit.

  • Deal!
  • Wichtig in diesem Sport: Haltung.
  • Gäste bei Warmup
  • Gastgeber beim Warmup
  • Einlauf ....
  • .... und gleichzeitig Fanaction
  • Und wo sonst räumen die Fans selbst auf?
  • Und los. Jammen ...
  • ... und Blocken
  • Die Jammerin ist durch und sammelt Punkte
  • Videobeweis nicht nötig
  • Timeout. Scheint zu laufen.
  • und weiter. Mit dem Kopf durch die Wall.
  • Der HAmburger Coach darf zufrieden sein.
  • Spalier für das Abschlusszeremoniell Teil 1 steht.
  • Da müssen sie durch
  • die auch
  • Hoppla
  • Hinfallen ist hier kein Grund, den Notarzt zu holen.
  • Tunnelblick
  • Die Regenbogenflagge kommt so lala rüber.
  • Alle drauf. Und zwar gut.
  • Zweites Spiel läuft schon.
  • Mal lange Belichtung ausprobiert. Hm.
  • Auf der Auswechselbank
  • Unter der Auswechselbank
  • Stolpergefahr
  • Große Stolpergefahr
  • Wirklich große Stolpergefahr
  • Wieviele Spieler*innen pro Team sind auf dem Track?
  • Timeout Ende
  • Fokussiert
  • Links: Die Jammerin will vorbeiziehen. Rechts: och nö. Nicht schon wieder.
  • Alles gegeben.
  • Zuviel gegeben: die Penalty-Box.
  • Pogonese
  • Auch nach dem 2. Spiel gabs Spalierlaufen
  • Zur Not auch zu Fuß
  • Das Anbeten der Einhornflagge ist optional.
  • Zum Schluss noch eine Choreo der Berliner*innen. Versteh ich nicht. Egal.

Roll over Bear City.

Gestern war mal wieder Rollerderby. Hat wieder Spaß gebracht. Gleich 2 Spiele: das A-Team der St. Pauli Harbor Girls gegen das B-Team der Berliner Bear City Rollers, deren A-Team derweil als eines der 20 besten Teams überhaupt international unterwegs und derzeit in Atlanta ist. Das Berliner B-Team kümmert sich um die Konkurrenz im Lande. Da sind sie schon einen Schritt weiter als die Bayern im Fußball. Gestern allerdings kümmerten sich die Harbor Girls mehr um die Berliner*innen als umgekehrt. Gleiches galt für die zweite Begegnung des Tages, in der das Hamburger B-Team gegen das C-Team der Berliner*innen auf den Track musste.

Neben dem Spiel hat mich wieder das ganze Drumherum begeistert. Die Szenen abseits des Tracks, die Fans und die gemeinsame Party der Spieler*innen, die sich gerade noch nach allen Regeln der Kunst geschubst haben. Und überhaupt: die Haltung – gegen Rassismus, gegen Fremdenfeindlichkeit, gegen Arschlöcher. Auch St. Depri ist mit einem Transparent in der Halle vertreten. Hier wird das gelebt, was viele ablehnen, weil es anstrengend ist: Rücksicht nehmen. Möglichst auf alle. Ja, das kann schon Mühe kosten. Wenn sich die Empathie z.B. in gendergerechter Sprache zeigt, findet das der Ethiker in mir super. Gleichzeitig kämpft der Texter in mir gegen Brechreiz. Aber: Wenn diese großartige Athmosphäre in der Halle auch nur ein bisschen diesem Engagement für die Belange anderer zu verdanken ist, dann lohnt sich ein bisschen Generve.

Pro-Tipp: Mit einem Klick aufs Startbild der Bilderstrecke, kriegt Ihr ordentlich große Bilder. Und weil meine Seite leider nicht besonders responsive ist, empfehle ich, das ganze am Desktop anzusehen.